Was ist ein ILEK?

Integrierte Ländliche Entwicklungskonzepte

Integrierte ländliche Entwicklungskonzepte sind ein relativ neues Instrument übergreifender kommunaler Raumentwicklung. Im Zuge der nationalen Umsetzung der Reformen der europäischen Agrar- und Regionalpolitik ist auch die Förderung der Entwicklung der ländlichen, nach wie vor stark durch die Landwirtschaft geprägten Räume auf eine neue konzeptionelle Basis gestellt worden. Ziel des neuen Fördergrundsatzes "Integrierte ländliche Entwicklung" ist eine stärkere Verflechtung der raumwirksamen Politikbereiche und einer verstärkte Rückbesinnung auf die Eigenkräfte der Region.

ILEK ist kein neues Finanzierungsprogramm oder Förderprogramm für die regionale Entwicklung, sondern soll die Grundlagen schaffen und den Rahmen vorgeben, damit einzelne Maßnahmen und Programme erfolgreich und gezielt umgesetzt werden können. Die Chancen, bestimmte konkrete Programme und Maßnahmen gefördert zu bekommen sind umso größer, je mehr sie in ein solches integriertes Konzept eingebunden sind.

Die allgemeinen Ziele "Integrierter ländlicher Entwicklungskonzepte" lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Es sollen regionale Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
  • Die Zusammenarbeit im Prozess durch einen zielgerichteten und effizienten Instrumenten- und Mitteleinsatz soll initiiert und gesteigert werden.
  • Eine dialogorientierte Einbeziehung aller Akteure vor Ort soll gewährleistet werden.
  • Eine übergreifende Abstimmung aller Planungen sollen erreicht und Synergieeffekte in der Zusammenarbeit der Kommunen und Planungsträger ausgeschöpft werden.

Die Planungen eines ILEKs sollen dabei

  • überörtliche Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen,
  • landwirtschaftliche Belange berücksichtigen,
  • regionale touristische Potenziale aufzeigen und fördern,
  • Nutzungskonflikte entschärfen und
  • langfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

Ein ILEK wird unabhängig von der spezifischen regionalen Ausrichtung immer einige zentrale Bausteine enthalten:

  • Ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept wird immer auf der Basis einer regionalen Stärken - Schwächen - Analyse erarbeitet werden müssen.
  • Ein wichtiger Schritt wird darauf aufbauend die Ableitung von Entwicklungszielen für die Region sein. Damit das ILEK als Klammer für Fördermaßnahmen und Programme dienen kann, müssen diese Ziele weitergefasst werden, etwa im Sinne von Visionen: "Wo soll die Region in 20 Jahren stehen? Mit welchen positiven Elementen will sie sich langfristig behaupten?"
  • Die Identifizierung des bestehenden Handlungsbedarfs und der Handlungsmöglichkeiten; dies wird wesentlich von den konkreten Problemlagen und den regionalen Potentialen abhängen.
  • Die Darstellung der Strategien zur Realisierung der Entwicklungsziele: zu unterscheiden wären hier Strategien, die auf eine Reduzierung der negativen Folgen bestimmter Entwicklungen setzen (Bsp. Sicherung der Grundversorgung bei rückläufiger Bevölkerung) oder aber aktive Strategien, die auf eine Nutzung vorhandener Ressourcen setzen (Stärkung des Tourismus, Bildung regionaler Wertschöpfungsketten etc.).
  • Die Entwicklung beispielhafter Projekte zur Umsetzung.

Für die Umsetzung eines in der Region entwickelten ILEKs kann in einer zweiten Phase ein Antrag auf ein Regionalmanagement gestellt werden. Aufgaben eines solchen Regionalmanagements ähneln denen eines Regionalmanagers in einer Leader Region.

 
par/is ILEK by S&T Digital Service&GIS-Plan-Service